Raphael Wressnig's Organic Trio
Cut A Little Deeper On The Funk
Cut A Little Deeper On The Funk Spielzeit: 53:04
Medium: CD
Label: BHM Productions/ZYX, 2008
Stil: Jazz & More

Review vom 16.04.2008


Joachim 'Joe' Brookes
Mit diesem Instrumentalalbum erweist sich das Organic Trio als wahre Langstrecken-Ideen-Schmiede. Was hier in neun Tracks geboten wird, hat Stil und zugleich Klasse.
Diesen Satz findet man auf der Rückseite des Jewel Case: »More hip Soul-Jazz by B3 shooting star Raphael Wressnig.«
"Cut A Little Deeper On The Funk" ist tatsächlich ein angesagter Hörgenuss, nicht nur für Freunde der instrumentalen Musik.
Die Kompositionen des Protagonisten und Georg Jantscher (guitar) sowie Lukas Knöpfler (drums) decken ein großzügiges Terrain an Stilen ab. Da ist natürlich nicht nur der im Titel enthaltene Funk allein auf weiter Flur.
Zur Freude des Hörers werden stellenweise auf ganz lockere Art kurze Zitate untergebracht und wenn die illustre Gäste-Schar ihre Holz- und Blechblasinstrumente zum Einsatz bringen, fließen auf eine angenehme Weise Zusatzpunkte in die Gesamtwertung.
Wer alleine schon wissen möchte, was an Sounds aus einer Hammond B3 herausgeholt werden kann, sollte diese Album auf die Liste setzen.
Das ist die eine Seite von "Cut A Little Deeper…" !
Erstaunliches kommt an die Ohren, wenn Craig Handy in "Exit Soul-Ville" seinen Gast-Auftritt hat. Er bereichert den Klang seines Saxofons durch einige Sound-Effekte, die sich gewaschen haben. Hier ist ein echter Meister am Werk.
Wressnig lässt seine musikalischen Roots, die im Blues liegen, nie außer Acht.
Swingender Blues in "Growlin' The Blues", mit Eric Bloom an der Trompete und Sax Gordon am, das dürfte wohl klar sein, ist nur ein Beispiel.
Selten hat man eine so flexible Interpretation des Begriffs Groove gehört, den offenkundig alle Künstler verinnerlicht haben.
Wie so etwas im balladesken Bereich rüber kommt, ist in "Midnight On The Bayou" zu hören. Der Gitarrist Georg Jantscher, für sehr viele Highlights verantwortlich, gefällt mir mit seinem relaxten Spiel auf den sechs Saiten ganz besonders gut.
Auch die Klang-Qualität dieser CD muss lobend hervorgehoben werden: Das Album ist perfekt produziert, gemixt und gemastert worden. Dem erfreuten Hörer entgeht aber auch gar nichts. Ein großes Lob an den Produzenten Wressnig sowie Reinhard Brunner für Mixing und Mastering.
Richten wir unser Ohrenmerk doch mal auf die Kompositionen der beiden anderen Trio-Mitglieder: Der Schlagzeuger Lukas Knöfler hat "N.O.T. aka N'Awlins Thang" geschrieben. Wer bereits einen Blick auf das Line-up geworfen hat, wird festgestellt haben, dass es weit und breit keinen Bassisten gibt. Für den Groove mit Tiefenwirkung sorgt Wressnig persönlich, besonders gut zu hören, wenn er sich nach Knöflers Trommel-Einleitung dazu gesellt. Selbstredend überzeugt das Trio mit seinem vitalisierenden Spiel auch ohne Gäste auf der gesamten Länge.
Blues-Swing hatten wir schon. Mit "Ridin'" wird der Weg frei für ein tolles Jazz-Swing-Stück. Die Paarung Wressnig/Jantscher läuft mit einem federnden Groove zur Höchstform auf. Der Gitarrist spielt eine wunderschöne Melodie, die vom Tastenmann gerne aufgenommen wird.
Der Titel sagt es schon: Im ruhigen "Stringdance" kann der Mann an der Gitarre in bluesig-jazzigen Gewässern glänzen und lässt die Noten tanzen.
Wie bereits geschrieben, liefern die Musiker ein weites Spektrum an Jazz-verwandten Spielarten. Ein wenig Latin-Flair gefällig? OK, dann sollte man sich "Twenty Four" mit Christian Bachner am Saxofon anhören.
Achtung! Mit dem Titeltrack "Cut A Little Deeper On The Funk" gehen die Kollaborateure sogar recht weit an den Tellerrand ihrer Musik, denn punktuell haut Jantscher auch rockige Riffs aus seinem Arbeitsgerät. Im Mittelteil wird durch das Holzblasinstrument jazzig heftig improvisiert. Grenzwertig für ungeübte Ohren, findet das Trio jedoch organisch zurück zum Song-Thema.
Mit "Cut A Little Deeper On The Funk" werden Genre-Grenzen inexistent.
Eine Qualität, mit der nicht viele Musiker aufwarten können. Raphael Wressnig's Organic Trio sowie ihre Gäste haben sie und erhalten dafür glatte 8 von 10 RockTimes-Uhren.
Line-up:
Raphael Wressnig (Hammond B3)
Georg Jantscher (guitar)
Lukas Knöfler (drums)

Special Guest:
Craig Handy (saxophone - #6)
Sax Gordon (saxophone - #1, 9)
Eric Bloom (trumpet - #1, 9)
Christian Bachner (saxophone - #2, 8)
Luis Ribeiro (percussion - #6, 7)
Tracklist
01:Road To Detroit (4:50)
02:N.O.T. aka N'Awlins Thang (4:40)
03:Cut A Little Deeper On The Funk (7:08)
04:Ridin' (4:45)
05:Stringdance (5:20)
06:Exit Soul-Ville (7:44)
07:Midnight On The Bayou (7:03)
08:Twenty Four (4:48)
09:Growlin' The Blues (6:43)
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