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Nach vier Studio-CDs kann man sich jetzt Shemekia Copeland, Tochter des bereits verstorbenen Texas-Bluesers Johnny Copeland, im Pantoffelkino anschauen und natürlich anhören.
Die 11 Tracks, aufgenommen im World Cafe, Philadelphia ergeben einen hochklassigen Querschnitt ihrer Songs, die bereits auf den Alben erschienen sind.
Shemekia Copeland wird von einer super Band begleitet, allen voran Arthur Neilson an der Gitarre und den Uptown Horns. Kleine Bemerkung am Rande. Etwas irritiert ist man schon, wenn im Booklet zur DVD steht: »Arthur Neilsch - Guitar« Wer, bitte schön, soll das sein? Definitiv steht links neben der Copeland Arthur Neilson. Ok, Schwamm rüber.
Das Menü der DVD ist gut zu bedienen und man kann getrost auf 'Play All' klicken, weil die eingestreuten Interview-Parts in keiner Weise störend wirken.
Zu einem Copeland-Konzert gehört eine Bläserabteilung wie die Butter aufs Brot.
Fetzig wird der Gig mit "Breakin' Out" eröffnet. Crispin Cioe legt ein tolles Saxofon-Solo aufs Parkett und mit dem groovenden "Not Tonight" vom Wicked-Album sind Copeland & Co. bereits dabei, die Decke des Cafes fliegen zu lassen. Der berühmte Funke ist schon längst zum Publikum übergesprungen. Einige Gänge zurück schaltet man mit der intensiven Ballade "Poor, Poor Excuse", in der Jeremy Baum an den Keyboards anfangs im Vordergrund steht. Nicht erst jetzt beweist uns die Copeland, dass sie eine brillante Sängerin ist, die alle Tonlagen beherrscht.
Wow, dieser stampfende Rhythmus von "Givin' Up You" haut einen aus dem Sessel. Der Bass blubbert genüsslich und Damon DueWhite ist eine wahre Groovemaschine. Neilson haut sein erstes Solo aus den Saiten seiner Gibson Flying-V und die Bläserstakkati landen einen Treffer nach dem anderen.
Für "Livin' On Love" streift der Gitarrist das Bottleneck über und slidet über die Saiten wie ein Irrwisch. Die Rythmusabteilung spielt sehr straight und durch einen ruhigeren Mittelteil unterscheidet sich der Song vom Original.
Die Sängerin hat schon lange das Mikro in der Hand, denn bei solcher Musik hält es einen nicht auf der Stelle. Mal beim Bassisten, mal beim Gitarristen, nutzt sie die Bühne, ist häufig in Bewegung und tanzt auch vorzüglich.
Ein wenig relaxter ist "Should Have Come Home", groovt aber wie Sau. "Don't Whisper" ist eine Ballade, die ihresgleichen im Programm der Copeland sucht. Mit Jeremy Baum hat sie einen klasse Keyboarder in ihrer Live-Band. Hier lässt Shemekia ihren Gefühlen freien Lauf, sie flüstert, singt laut und heftig, schreit. Arthur Neilson ist wirklich ein super Gitarrist, denn sein Solo ist wieder einmal bemerkenswert. So wie Shemekia singt, kann er spielen.
Nach einer Pause für die Uptown Horns ist "Who Stole My Radio?" wieder gebläsegesteuert und das Publikum singt kräftig mit.
Dann wird es in "Beat Up Guitar" sehr intim: Copeland und Neilson haben sich Barhocker geschnappt und der Gitarrist auch seine silberne Dobro. In dem Song, der als Hommage für ihren Vater Johnny Copeland geschrieben wurde, ist Slide-Time angesagt. Ohne Aufforderung klinken sich die Zuschauer wieder beim Singen des Refains ein und lösen die sehr persönliche Stimmung auf der Bühne etwas auf.
Up-Tempo-Blues in der souligen Variante ist dann mit "It's 2 A.M." angesagt. Eine Nummer, die man sich zig Mal anhören kann. Jeremy Baums Finger fliegen bei seinem Solo förmlich über die Tasten und alle feiern eine prächtige, ausgelassene Party.
Die Zugabe, "Wild, Wild Woman" ist einer der für Shemekia Copeland typischen Songs, wenn es in die höheren Gänge geht: Starker Rhythmus, tolle Hooklines und überraschende Breaks. So ist der abschließende Track nicht nur von daher klasse. Nein, die Copeland ist auf der Bühne wirklich manchmal eine Wilde.
Alles in allem ist die DVD eine prächtige Ergänzung zu den bereits erschienen Studio-CDs, auch wenn man sich vielleicht ein neues Lied gewünscht hätte.
Technisch gibt es nichts auszusetzen. Der Sound ist toll und die Bildschnitte sind nicht zu hektisch.
Line-up:
Shemekia Copeland (vocals)
Jeremy Baum (keyboards)
Arthur Neilson (guitars)
Kevin Jenkins (bass)
Damon DueWhite (drums)
The Uptown Horns:
Crispin Cioe (saxophone)
Larry Etkin (trumpet)
| Tracklist |
01:Breakin' Out
02:Not Tonight
03:Poor, Poor Excuse
04:Givin' Up You
05:Livin' On Love
06:Should Have Come Home
07:Don't Whisper
08:Who Stole My Radio?
09:Beat Up Guitar
10:It's 2 A.M.
11:Wild, Wild Woman
Bonus Features:
Interview
Interactive Photo Gallery
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Externe Links:
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